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Quelle: www.derwesten.de

 

"Grosses" Mariechen
"Der Tanz entsteht im Kopf"

Wattenscheid, 28.01.2013, Ellen Wiederstein

„Von Geburt an bin ich Tanzmariechen“. Das kommt der 14-jährigen Carolin Wienert als so selbstverständlich über die Lippen, dass niemand mehr daran zweifeln würde. Und wenn sie von sich und ihrem bisherigen karnevalistischen und vor allem tänzerischen Werdegang erzählt, ist jeder überzeugt. Sie ist das neue Solo-Mariechen der Kolpingspielschar Höntrop. Jetzt tanzt sie (durch) ihre erste Session als das „große“ Mariechen.

Die gesamte Familie Wienert/Nau ist jeck. Also auch der Sprössling. Bereits im zarten Alter von zwei Jahren marschierte Carolin mit. Als Vierjährige tanzte sie dann in der Kükengarde. Mit neun stieg sie auf in die Jugend-Garde. Einmal pro Woche Training ist Carolin von Kindesbeinen an gewöhnt. Und dass im Laufe der Zeit viele weitere Trainingseinheiten hinzu gekommen sind, „macht mir riesigen Spaß“. Sie probt in der Garde, übt als Mariechen, tanzt Hip-Hop mit Freundinnen und wirkt mit in einer Cheerleader-Gruppe.

Jetzt ist sie „großes“ Mariechen, übernimmt den Staffelstab von Friederike Lichtleitner (24). Carolin ist versiert, weiß wie der Karneval funktioniert und was auf den Sitzungen verlangt wird. Sie ist, neben dem Zeremonienmeister, die rechte oder linke Hand des Präsidenten. Normal für sie.

Doch das erste Mal als „Solo“-Mariechen wird ihr unvergessen bleiben. Es war der Karnevalsauftakt im November 2012 in der Stadthalle. „Da war ich schon aufgeregt“, sagt sie charmant und bescheiden. Aber es habe doch alles ganz gut geklappt. Ihren Solo-Tanz, genau drei Minuten und elf Sekunden lang, präsentiert sie auf einen Mix aus Abba-Songs: auf Mamma Mia, Honey, Honey, „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ und – natürlich – Waterloo. In die Präsentation sind die wichtigen Tanz-Mariechen-Elemente eingebaut, ob Spagat oder Pirouette. Carolin mag weiche Bewegungen, Gymnastik, Ballett. „Und so ist auch die Choreographie“, strahlt sie. Ein Tanz entstehe im Kopf, sagt Carolin. Er muss zur Person passen.

Gut 30 Auftritte, solo und auch in der Jugend-Garde, wird Carolin in der heißen Phase der kurzen Session tanzen. Und was ist mit der Schule? Die Höntroper Realschülerin: „Das klappt. Aber Schule geht natürlich immer vor.“

Nicht nur im Karneval ist Carolin Wienert aktiv. Auch in der Kolping-Schauspielgruppe. Sie spielte schon die Gretel in Grimms’ Märchen.

Sie kann sich vorstellen, später einmal Musical-Tänzerin zu werden.

Der Ein- und Ausmarsch des Solo-Tanzes wird musikalisch unterlegt mit „Sweet Caroline“, dem Neil Diamond-Hit (1969).



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