Presse

Quelle: WAZ / Wattenscheid 13.08.2012

 

Waldbühne
"So märchenhaft wie möglich"

Wattenscheid, 13.08.2012, Fabian May

Wattenscheid. Auf der Waldbühne ist die letzte Märchenwoche angebrochen. Nach einem verregneten Ferienbeginn und nachdem bereits Wattenscheider Volksbühne und Kindertheater Schnurzepiepe „Frau Holle“ und „Die Wohnzimmerpiraten“ inszenierten, bespielt die Kolpingspielschar das letzte Feriendrittel.

Regie führen diese Woche Stefan Weyers und Barbara Ridder. Seit zehn Wochen probt die Spielschar an „Schneewittchen“: sieben Zwerge und sieben weitere Rollen und bis zu 20 Leute, die hinter der Bühne Mikros jonglieren und Schneewittchen „in Sekunden das Kleid vom Leib reißen und ihr ins andere helfen“. So beschreibt Ridder dramatisch die Backstage-Vorgänge, die dem Zuschauerauge verborgen bleiben.

Vergangene Woche zu „Schneeweißchen und Rosenrot“ sei der Andrang leider nicht so groß wie erhofft gewesen. An einem der schwächer besuchten Tage habe man in der rund 800 Personen fassenden Bühne 294 Zuschauer gezählt. „Am Wetter kann es nicht gelegen haben, das war uns gewogen“, überlegt Ridder, „‘Schneeweißchen und Rosenrot’ ist ein kein so bekanntes Märchen und ich meine auch, in der Stadt nicht ganz so viele Leute gesehen zu haben. Vielleicht alle im Urlaub.“

„Ganz alte Rollenbücher“

Heute, morgen und übermorgen bringt die Spielschar ein anderes Märchen auf die Waldbühne, das jeder kennt: „Schneewittchen“. Im Schnitt wiederholten sich die Stücke der Spielschar alle sieben Jahre, sagt Barbara Ridder. Die Inszenierung, bei der die ehrenamtliche Regisseurin vor sieben Jahren als Zwergenbeauftragte mikrofontechnisch mitwirkte, wird, wie es ja auch für den Märchenkanon gilt, nur „unwesentlich verändert“, ergänzt nur um ein paar technische Finessen. Die Truppe bediene sich „ganz alter Rollenbücher“, erklärt sie. Ihr gehe es bei den Märchenspielen darum, „es so märchenhaft wie möglich und so modern wie nötig“ zu gestalten. Auf der Wortebene: „Das ficht mich nicht an“ wird für die Kinder von heute zu „Das ärgert mich nicht“.

Barbara Ridder selbst ist in die Schauspielergruppe hineingewachsen, weil schon ihre Eltern dort aktiv waren. „Manche Kinder spielen schon mit drei, vier Jahren als Häschen mit. Ich war mit zehn das erste Mal dabei.“ Sie schätzt das Generationenübergreifende: „Es sind Leute dabei, die sind 75 und älter, helfen hinter der Bühne mit und denken nicht ans Aufhören.“ An der Waldbühne mag Ridder, „dass man direkt an den Kinder dran ist.“ In dem Amphitheater herrsche „eine viel schönere Atmosphäre als in einem Theatersaal“., findet sie. „Und mitten im Wald zu spielen, ist ein passendes Setting, um ein Märchen zu spielen.“

Als nächstes Stück wird die Spielschar am 2., 3. und 4. November „Männer sind auch nur Menschen“ aufführen; im Jugendzentrum an der Emilstraße 6. Welche Märchen nächstes Jahr gegeben werden, entscheide sich erst Ende des Jahres.
 



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